Einer unserer bisher beliebtesten Gäste im Shoutout Podcast war Thaibox-Weltmeister und Profi-MMA-Kämpfer (MMA: 1-0-0; K1: 9-3-1) Leo Baumann.

In unserem zweiteiligen Interview hat Leo uns erklärt, wie er es zum Profi-MMA-Kämpfer geschafft hat und welche Tipps er einem jungen Kampfsportler mitgeben würde, der Ambitionen hat, später selbst Profi zu werden.

Mit Hilfe der Tipps von Leo und unseren anderen Podcast-Gästen, bieten wir in diesem Artikel einen Überblick rund um das Thema: Wie werde ich Profi-MMA-Kämpfer?


Basics first: Training

Bevor du daran denkst, später als professioneller MMA-Fighter dein Geld zu verdienen, musst du trainieren. In einem so vielseitigen Sport wie MMA musst du Skills in allen Bereichen mitbringen, egal ob im Stand-Up, Grappling oder BJJ. Natürlich bist du im Vorteil, wenn du Experte in einer speziellen Disziplin bist, wie man zum Beispiel am derzeitigen Leightweight-Champion der UFC und früheren Profi-Kickboxer, Israel Adesanja, sieht. Allerdings musst man sich auch vor Augen führen wie viele Jahre Training er nach seiner Karriere im Kickboxen noch benötigt hat, um ein Top-Kämpfer in allen Bereichen des MMA zu werden.

Ringer Coach und unser zweiter Gast im Shoutout Podcast Markus Haas empfiehlt jungen Kämpfern deshalb viele verschiedene Kampfsportarten zu probieren, um zu sehen, in welcher Disziplin man seinen Fokus setzen möchte und wie man die einzelnen Bestandteile des MMA miteinander verbinden kann.

Sinnloses Sparring vs. sinnvolles Sparring

Hart trainieren, sich beweisen müssen und in der Lage zu sein, Schmerzen und Unbehagen auszuhalten, gehört im Kampfsport einfach dazu. Allerdings solltest du daran denken, dass es dir nichts bringt dich in jedem Training zu prügeln und dir deine Hirnzellen abtöten zu lassen.

Möchtest du konstant und dauerhaft Fortschritte erzielen, dann ist es wichtig, dass du dich Schritt für Schritt an ein MMA-Sparring heranarbeitest. Vor allem wenn du noch wenig Wettkampferfahrung aus anderen Kampfsportarten mitbringst, solltest du dich vom reinen Ringer-Sparring zum Kickbox-Sparring und schlussendlich zu einem MMA-Sparring vorarbeiten.

Auch wie du dich richtig für ein Sparring bzw. einen Wettkampf aufwärmst und wie du mit der Nervosität umgehen kannst, die ein MMA-Sparring mit sich bringt, lernst du auf diesem Weg.

Erfahrung ist das A&O

Egal mit welcher Kampfsportart du begonnen hast, probiere so viel Wettkampferfahrung wie möglich zu sammeln.

Ein Trugschluss den viele ambitionierte, junge Kämpfer machen ist zu denken, dass sie höchstens bei 2-3 Kämpfe pro Jahr teilnehmen sollten. Im Profi-Bereich ist das gang und gäbe, aber als Amateur-Kämpfer solltest du versuchen maximal viel Erfahrung zu sammeln und das bedeutet in der MMA-Welt nun mal zu kämpfen.

Aber noch bevor du deinen ersten MMA-Kampf machst, solltest du einen Kampf simulieren. Das bedeutet mit hoher Intensität Sparring zu machen, im besten Fall mit einem Referee im Ring / Cage.

Weil Erfahrung das A&O ist und es in Österreich kaum Möglichkeiten für Amateur-Kämpfer gibt Erfahrung zu sammeln, haben wir die Shoutout-Fightleague gegründet. Eine Liga, in der du deine ersten Erfahrungen machen und dein Fight-IQ entwickeln kannst.

Ego ist the enemy

Ein weiterer wichtiger Punkt auf deinem Weg zum Profi, ist wie du mit deinem Ego umgehst. Bei einem Arm-Bar zu spät zu tapen hat mit Mut und Härte wenig zu tun. Viel klüger für dich ist es unverletzt zu bleiben und dafür schnell wieder mit dem Training starten zu können, sodass du schon bald wieder im Ring bzw. Cage deine Erfahrungen machen kannst.

Und auch wenn der Weg zum Profi nicht leicht ist und es dir zeitweiße so vorkommen wird, als würdest du kaum Fortschritte machen, denk immer daran: Jeder kleine Schritt nach vorne ist ein großer Schritt nach vorne. Ob das nun heißt, dass du deinen Low-Kick um 1% verbesserst hast, oder sich deine Kraftwerte gesteigert haben – jede Verbesserung zählt und bringt dich deinem Ziel einen Schritt näher.

Finde einen Trainer / ein Team, dem du vertraust

Hinter jedem großartigen Kämpfer steht ein Trainer-Team bzw. ein Team aus Physiotherapeuten, Athletik- / Ernährungs-Coaches und Masseuren.

Als Amateur fehlen dir viele dieser Möglichkeiten noch. Suche dir aber zumindest einen Trainer in deinem Umfeld, dem du vertraust und der dich in Entscheidungen zu Kämpfen und Training mit einbezieht. Denn am Ende des Tages bist du es, der seine Gesundheit im Ring bzw. Cage riskiert.

Denke auch daran, dass du die Summe aus den Personen bildest, mit denen du dich am meisten umgibst. Wenn du also die Möglichkeit hast in einem Team bzw. einer Mannschaft mit guten und erfahrenen Kämpfern zu trainieren, dann nutze diese Möglichkeit – so wirst du dir viel Zeit sparen, in dem du aus Fehlern lernst, die andere schon lange vor dir gemacht haben.


Sei kreativ und hör nie auf zu lernen

Egal wie weit auf deinem Weg zum Profi-MMA-Kämpfer schon gekommen bist. Es wird immer jemanden geben, der besser ist als du. Der einzige Weg dich zur Elite hochzuarbeiten, ist es dich mit genau diesen Kämpfern zu umgeben.

Jede Erfahrung, die du machst, ob im Training, Wettkampf oder außerhalb der Kampfsport-Welt, kann dir dabei helfen dich zu verbessern. Oder wie Thaibox-Weltmeister Leo Baumann es in unserem gemeinsamen Gespräch ausdrückte:

„Nimm JEDE Erfahrung und zieh etwas aus ihr, das du lernen kannst – man kann von JEDEM etwas lernen.“


Fazit

Wenn es dein Traum ist später Profi-MMA-Kämpfer zu werden und in den großen Organisationen mitzukämpfen, dann werden dir der oben beschriebene Leitfaden hoffentlich eine Hilfe dabei sein. Hör dir auch den Shoutout-Podcast an, um einen noch tieferen Einblick in das Mindset von Profi-Kämpfern, Trainern etc. zu bekommen.

Aber das wichtigste: Mach Kampfsport, weil es deine Leidenschaft ist und du dir keinen schöneren Ort vorstellen könntest, um deine Zeit zu verbringen, als in einer stinkenden Trainingshalle mit einem Boden voller Schweiß und Blut.

Lernen und nicht denken ist unnütz. Denken und nicht lernen ist zwecklos.

  • Konfuzius